Ein neues Projekt ist online: www.ganzgross.ch. Wir machen dort Versuche mit Gigapixel-Panoramen.
Die Firma Iway hat mir folgendes geschrieben:
“Vielen Dank für Ihr Email. Wir haben die Berichterstattung zur Kenntnis
genommen und nehmen dazu wie folgt Stellung:
Als Internet Service Provider bieten wir unter anderem auch die Vermietung von
Servern in unserem Datacenter an. Im vorliegenden Fall wird die Site auf einem
solchen Mietserver betrieben, der wiederum durch einen unserer Partner
verwaltet wird.
Im Rahmen des Vertragsverhältnisses hat der jeweilige Kunde und Partner das
Recht, seine Waren, Dienstleistungen und sonstigen Angebote dem gewählten
Vertrag entsprechend im Internet zu präsentieren. Er ist für den Inhalt und die
Darstellung seiner Präsentation vollumfänglich selber verantwortlich.
Insbesondere hat der Kunde sicherzustellen, dass seine Verwendung des Internets
sich innerhalb des geltenden Rechts bewegt.
Ob es sich bei der vom Kunden verbreiteten Information um einen strafbare
Botschaft handelt, kann indes nicht von iway entschieden werden. Diese
Entscheidung ist den zuständigen Strafverfolgungsbehörden vorbehalten.
Wir danken Ihnen für die Kenntnisnahme.
iway AG”
Offensichtlich handelt es sich alo um einen Server der lediglich im Datenzenter von Iway eingestellt ist. Es ist natürlich schwierig, solche Server zu überwachen, und die AGB der Firma bezüglich Server Housing schieben sicher die ganze Haftung auf den Betreiber des Servers. Aus rechtlicher Sicht ist wohl alles in Ordnung – auch wenn ein Teil der Infrastruktur von Iway verwendet wird. Natürlich wäre es trotzdem wünschenswert, wenn sich Iway – besonders wenn sie schon darauf hingewiesen werden – vergewissern würde, dass die Inhalte auf den Servern sich im legalen und anständigen Rahmen bewegen.
Update: Soeben habe ich von Hostpoint folgende Auskunft per Email erhalten:
“Das stimmt, das war das einzige, was wir vom Kunden verlangen konnten. Dies hat er in der Zwischenzeit geändert und hat die Nameserver auf seinen Hostinganbieter geändert. Leider ändert dies die Tatsache immer noch nicht, dass wir die Webseite nicht löschen können und sie immer noch online ist.”
Hostpoint hat also tatsächlich Verantwortungsbewusstsein gezeigt, hervorragend!
Es ist mal wieder Zeit für einen Blogeintrag aus aktuellem Anlass. Die Initianten der Anti-Minarett-Initiative haben ein Spiel ins Internet gestellt, bei welchem man die Muezzine auf plötzlich auftauchenden Minaretten “beschiessen” (die Initianten sagen es sei nicht beschiessen, ich wüsste aber nicht womit man das sonst vergleichen sollte) muss um zu gewinnen. Erwischt man nicht alle, bekommt man den Gesang des Muezzin zu hören (NZZ: Schiessen auf Muezzine, 19.10.09).
Das Spiel wurde laut NZZ von der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus als Menschen verachtend bezeichnet. Von den Initianten ist natürlich nicht zu erwarten, dass sie das provokative Spiel vom Internet nehmen. Es sind jedoch einige Firmen an der Sache beteiligt, die eigentlich um ihren guten Ruf besorgt sein müssten.
Auf den ersten Blick scheint die Firma Hostpoint für das Hosting das Spiel zu hosten:

Hostpoint meinte dazu:
“Leider haben Sie keinen aktuelle Artikel gelesen, bzw. haben diverse Journalisten am Sonntag schlecht recherchiert. Die entsprechende Webseite minarett-attack.ch ist nicht bei uns gehostet sondern bei dem Hosting Provider interway.ch.”
Damit haben sie recht, wie genaueres Nachschauen ergibt:

Die Firma Interway (neu Iway) hat bisher nicht auf meine Mail geantwortet, ich habe sie darauf hingewiesen, dass die Seite vermutlich nicht mit den AGB vereinbar ist.
Hostpoint ist deswegen jedoch nicht fein raus: Die DNS-Server von Hostpoint werden nach wie vor werwendet, es müsste also sehr wohl in der Macht der Firma liegen, das Spiel vom Netz zu nehmen, oder zumindest vorübergehend nicht erreichbar zu machen. Die Firma Hostpoint müsste das meiner Ansicht nach tun, da die Benutzungsrichtlinien und die AGB sicherlich sinngemäss auch für DNS-Dienste gelten. Ob, falls die AGB nicht gelten, Hostpoint sogar direkt wegen eines Verstosses gegen das StGB belangt werden könnte vermag ich nicht zu beurteilen, normalerweise dienen die AGB jedoch dazu, die Haftung für die Inhalte der gehosteten Webseiten auf den Kunden abzuschieben.
Von der Firma GOAL, die das Spiel offensichtlich programmiert hat (oder zumindest für die Umsetzung verantwortlich ist), will ich gar nicht reden. Sie sei einfach als “no go” erwähnt, falls jemand das liest und gerade auf der Suche nach einer PR-Firma ist.
Grundsätzlich würde ich von den Providern etwas mehr Verantwortungsbewusstsein erwarten. Schade.
Sehr geehrter Herr Maurer,
Glücklich bin ich nicht mit Ihrer Wahl zum Bundesrat. Dennoch habe ich Respekt vor Ihrem Engagement in der Politik – auch wenn Ihre Art Politik zu betreiben aus meiner Sicht absolut nicht zielführend ist. Sie bekommen nun die Gelegenheit zu zeigen, dass auch ein SVP-Hardliner anständige Politik machen kann. Herr Maurer, ich schlage Ihnen einen ersten, nicht schmerzenden Schritt vor, wie sie der Schweiz und der Welt zeigen können, dass Sie dem Amt des Bundesrats gewachsen sind: Ein Rücktritt aus dem Unterstützungskommitee der Minarettinitiative. Es kann nicht sein, dass der Departementsvorsteher des VBS – einer der höchsten Politiker unseres Landes – im Unterstützungskommitee einer völkerrechtswidrigen und menschenverachtenden Initiative ist. Ein Rücktritt aus dem Kommitee würde niemandem weh tun, dafür aber ein wichtiges Zeichen setzen. Herr Maurer, sie handeln als Bundesrat im Namen der Schweiz und all ihrer Einwohner. Bitte repräsentieren Sie uns so, dass wir uns nicht schämen müssen, Schweizer zu sein.
Mit freundlichen Grüssen,
JR
Hier gibts einen Blog zur aktuellen Montenegro-Reise.
Und hier einen zu Martins Wanderung
Als Pendler hat man im Zug nun das Glück, mehrmals am Tag in drei Sprachen darauf hingewiesen zu werden, dass es im Speisewagen in der Mitte des Zuges “erfrischende Getränke” und “appetizing snacks” gibt, und, sollte man Fragen haben, das Zugpersonal gerne zur Verfügung steht. Diese kreativen Ansagen ab Band dienen der Euro 08 Kompatibilität unserer Bundesbahnen AG. Sollte die Euro-Kompatibilität in Zukunft noch verstärkt werden ist wohl damit zu rechnen, dass die Werbung drei Viertel der Zugstrecke ausmachen. Ohropax im Euro 08 Design gibts beim Zugchef.
Aber nicht nur über die Ansagen dürfen wir uns freuen: Auch die hervorragende Getränkeauswahl während dem Volksfest lässt nicht nur Trinkerherzen höher schlagen: Wir kriegend etwas, was es sonst kaum gibt, und das auch gleich in allen Restaurants in den “Public Viewing”-Bereichen: Produkte der Coca Cola Company und Carlsberg Bier. Schlimm aber wahr: Es gibt ein paar Querulanten-Beizer, die am Volksfest nicht teilhaben wollen, die etwa auch während des Volksfests das Basler Ueli Bier verkaufen wollen. Die werden dann eingezäunt, damit sie ja nichts vom Volksfest mitbekommen – wie es sich gehört, denn schliesslich gehört nicht zum Volk, wer kein Carlsberg und Coca Cola verkaufen mag.
Natürlich organisiert die liebe Uefa das Volksfest aus höchst altruistischen Motiven – und wurde darum von der Schweiz fast ganz steuerbefreit. Nur recht so, den schliesslich verdient die Firma damit ja auch nur ca. 1.1 Milliarden, wie der Tages-Anzeiger berichtete. Wie sollte man von 1.1 Milliarden Gewinn noch Steuern zahlen können.
Nun, was macht die verzweifelte Schweizerin, der verzweifelte Schweizer? Viel bleibt uns nicht übrig, das beste ist wohl, die Countdowns in den Euro-Städten als Countdown zur Abreise in ein Eurofreies Land zu nehmen (Vorsicht: In einigen Ländern Südamerikas ist mit TV-Uebertragungen zu rechnen). In der ganzen Euphorie um das grosse Fest scheint man als Fussballmuffel und Konsumkritiker alleine gelassen zu werden. Ungeahnte Hilfe kommt jedoch von Basel Tourismus: Bei einem Wettbewerb, für den man den Euro-Slogan der Euro-Stadt Basel erraten soll, lautet eine mögliche Antwort: “Basel. 90 Minuten sind genug”. Danke, liebe Touristiker, ihr sprecht mir aus dem Herzen.
(* Es ist bei sämtlichen Worten davon auszugehen, dass dies eingetragene Warenzeichen der Uefa (Tm) sind. Heikle Begriffe aus dem Alltagsgebrauch sollten daher umgenannt werden, z.B. Fussball (Das-Spiel-mit-dem-runden-Ding), die Währung Euro (das-womit-man-auf-unserem-Kontinent-zahlen-kann), Europa (unser-Kontinent), Meisterschaft (da-wo-die-reichst.. – äh – besten-ausgezeichnet-werden). Spenden zur eventuellen Bezahlung der Lizenzgebühren für die Verwendung bestimmter Worte in diesem Text werden gerne entgegen genommen. )
Ach ja: Unser Fluchtversuch geht hier hin: http://www.vila-aldin.ch.
Seit ich am Flughafen Zürich mit einem Freudentanz begrüsst wurde sind nun zwei Wochen vorbei. Ich habe mich wieder recht gut eingelebt in der Schweizer Arbeitswelt, und mit dem Magen bessert es langsam, sicherheitshalber hat der Arzt mal ein paar Probem ins Labor eingeschickt. (Die CD kann man übrigens nur hier kaufen).
Die etwas verfrühte Rückkehr musste wohl sein: Ansonsten hätten wir wohl die Wunderscöne Wohnung in Basel nicht bekommen: Alls Wünsche die wir hatten wurden erfüllt, Garten, Badewanne, grosse und helle Zimmer, Pellets-Heizung, Solarpannels fürs Warmwasser und sogar eine Waschmaschine ohne Waschplan.

Da die Reise jetzt vorbei ist habe ich keinen Grund mehr hier weiter zu schreiben (wer wollte das schon lesen…). Vielleicht gibts im Sommer dann Bilder aus Montenegro. Diejenigen aus Bolivien sind hier zu finden.
